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Die Filmbranche ist einer der buntesten und vielseitigsten Berufszweige.

Gerade im Art und Kostüm-Department erleben wir arbeitsintensive und lange Tage. Zeitliche Verfügbarkeit und körperliche Kräfte können sich jedoch im Leben verändern. Sei es weil man eine Familie gegründet hat, weil man älter wird und weniger arbeiten möchte/oder kann, aufgrund von Krankheit oder weil man jemanden pflegt, oder man einfach mehr work-life-balance möchte. Es gibt viele Gründe warum Jobsharing oder Teilzeitarbeit im Filmbereich eine wünschenswerte Alternative bzw. Ergänzung zum bisher gängigen Berufsalltag wäre.

Jobsharing (auch: Arbeitsplatzteilung) ist ein flexibles Arbeitszeitmodell, bei dem sich zwei oder mehr Arbeitnehmer*innen mindestens eine Vollzeitstelle teilen. In der Regel wird der Begriff Jobsharing verwendet, wenn ein Tandem sich die Verantwortung und Aufgaben einer anspruchsvollen Fachfunktion oder eine Führungsposition teilt. Damit grenzt sich Jobsharing auch von klassischer Teilzeitarbeit ab, bei der die Teilzeitstellen in der Regel unabhängig voneinander sind und sich die Kolleginnen oder Kollegen nicht untereinander absprechen müssen.
(Quelle: https://www.haufe.de/personal/hr-management/welche-jobsharing-modelle-es-gibt_80_445460.html)

Jobsharing könnte auch dem Fachkräftemangel in unserer Branche entgegenwirken. Dieser ist bekanntermaßen allerorten brisant und bedarf zeitnah konkreter und kreativer Lösungsvorschläge. Durch "Jobsharing" oder "Teilzeitarbeit in der Filmbranche" könnten wir mehr Menschen für unsere Branche dazugewinnen und verlieren vermutlich zudem auch nicht so viele professionelle Kolleg*innen, die sonst irgendwann aus einem der vielen Gründe der Filmbranche den Rücken zukehren würden.

 

Bei mehreren Online Jours Fixes konnten wir ein großes Interesse zu Themen wie „Schwangerschaft & Mutterschaft im Art & Kostüm Department“ , „Wie kann ich Film & Familie vereinbaren“ und "Jobsharing“ erkennen.
Daraufhin entstand Anfang 2022 eine Arbeitsgruppe des VdRSD und VSK.
Im ersten Schritt wurde - als vorübergehende Plattform - eine Signal-Gruppe eröffnet, in der Jobsharing-Inserate und Erfahrungen dazu geteilt werden können.
Die Agentur für Arbeit/ZAV unterstützt bereits deutschlandweit unser Vorhaben.
Mit Crew United befinden wir uns im Austausch, um Jobsharing sichtbarer zu machen. Als nächsten Schritt möchten wir uns dazu mit den Berufsverbänden anderer Departments vernetzen.

Unsere ehrenamtliche Arbeitsgruppe möchte das Thema Jobsharing sichtbar machen und zur Diskussion stellen. Dafür erforschen wir den Bedarf, die Vor- und Nachteile und Möglichkeiten der Umsetzbarkeit. Dazu gehen wir in den Austausch mit erprobten Jobsharer*innen und Arbeitgeber*innen und erarbeiten gemeinsam erste Lösungsentwürfe.
Das Potential scheint enorm, das Interesse und die Nachfrage bereits in dieser ersten Phase groß.
Wir möchten mit dieser Initiative dazu beitragen, diese Potentiale nutzbar zu machen und sind davon überzeugt, dass Filmschaffende wie Filmbranche davon profitieren können.

 

AG JOBSHARING - Claudia Haschke, Lisa Staub, Cara Maeno, Veronika Grosse, Pamela Schmidt und Florian Singer.
Kontakt, Fragen, Erfahrungen, Anregungen und ähnliches unter jobsharing(at)vdrsd.de.

MITGLIED VON

artscenico.com